Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon The Rob » 26.10.2018, 22:22

Ein Hoch auf das Forumteam, das ganz viel Arbeit reinsteckt, um das überhaupt erst möglich zu machen. :ddaumen:
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Geil, dass es das Forum gibt, und sei es, um zu jammern..

Beitragvon tahelia » 28.10.2018, 15:35

Nee, ährlich, danke, Gisbert fürs schnelle Reagieren!
Und echt jetzt. Ich kenne einen Motorrad-Redakteur, der weigert sich kategorisch, Unfälle anzuschauen, geschweige denn, darüber zu reden. Man legt sich nicht ab, basta, und wenn, ist das zu peinlich.
Sehe ich etwas anders, würde daraus am liebsten eine Sparte machen, um zu lernen.
Was mir passiert ist:
Also gut, meine Vorgeschichte habe ich ja im Vorstellungs-Thread erzählt. Und jetzt also, im Alter sozusagen, habe ich aus letzter Zeit insgesamt vielleicht so 50 Tausend km drauf.
Aber, das ist es ja, in den Grenzsituationen hilft trotzdem nur, sie zu kennen. Die 50 Tausend sind natürlich übrigens nicht viel für mein Alter lächerlich wenig. Anyway, es geht ums langsam fahren.
Muss dazu sagen, meine ist noch etwas kippliger als normal, weil ich die Gabel ca. 2cm durchgesteckt habe.
Ich fahre, nicht ohne vor mich hin zu schimpfen, weil mich in gemächlicher Spätsommersonne zur Überlandhauptverkehrszeit auf kleinerer Landstrasse nicht nur die einheimischen Autofahrer zu Tempi jenseits der 110 zwingen, sondern Motorradfahrer mal eben so mit ihren Superbikes mit 160 vorbeiziehen, und von vorn herein mit der Rücksicht der Entgegenkommer rechnen, Arschlöcher also, als wir den kleinen Uracher Abstieg nehmen.
Und, da gibt es eine Spitzkehre nach links, 185°, leicht abschüssig, und ich Depp schneide etwas, und merke, ich komme zu weit raus, und anstatt einzulenken, und ganz sachte raus zu beschleunigen, bremse ich, und verschenke die letzten 50 cm, es gut gehen zu lassen. Wenn dort im Aussenbereich der Kurve kein Staub und Sand gelegen hätte, wäre es vielleicht noch gut gegangen.
Aber so. Sie rutscht mir weg, mit vielleicht knapp um die 20 km/h, ich lege mich rechtzeitig über sie, will mir links im Bein den Titannagel nicht verbiegen, muss mich so irgendwie abrollen, auf der Maschine, meine Puig-Scheibe mimt mal wieder den Energieverzehrer, zusammen mit meinen Rippen links, und sie rutscht in einer sachten Bewegung mit dem Vorderrad unter die Leitplanke. Und dann kam eine Aktion beteiligter Freundesmenschen, die ich nie vergessen werde. Im Augenblick stehen vier Autos vor und hinter mir, drei Frauen, ein Mann, und fragen mich sehr besorgt, ob bei mir alles ok sei, keinen Arzt oder so. Die Leute sahen mich ja auf dem Boden rollen. Ich fühle mich, soweit das Adrenalin es zulässt, nein, alles dran, aber was hat meine Maschine. Im Kopf sah ich schon den ADAC kommen, die ganze Kacke. Wir, also ich vorne, ich bat die lieben, mal mit aller Kraft und Gewackel das Viech wieder aus dem Spalt unter der Leitplanke frei zu schaukeln, sozusagen. Es ging erst nicht. Der Spalt war etwas breiter als die Felge, Gottseidank, aber der Reifen hielt sakrisch fest. So fest, das nicht das ganze Gewicht der Maschine auf dem Boden lag, das allein liess mir schlecht werden. Ich wollte schon aufgeben. Und nach einer kurzen Pause, alles nochmal, alle hopp, jeez, es ging, sie war frei!
Ich war zu fertig, die hochheben zu können, die eine, total goldig, Frauenpower, wir machen das schon, ich am Lenker, oben war CB. Aufsteigen, ich habe den Flashback, als mir die VT auf das Bein fiel, bin extrem ängstlich, muss mich nicht schämen, die Frauen verstehen alles, zwei halten die CB, rechts ist es nämlich abschüssig, und ich habe den Horror, sie geht mir nach rechts ab. Die halten wie Ochs, ich komme wieder in die Gegenwart, fühle die CB, stehe auf beiden Beinen über ihr, alles gut. Bis auf, was hat die CB. Meine beherzte Vorfahrerin schlägt mir vor, wir machen das jetzt so, ich fahre hinter Ihnen, bis runter, bis sie wissen, es geht, oder nicht. Ich danke ihr sehr, wir fahren Konvoi. Oben dachte ich noch, das wars, lass den Scheiss, Mann, 190 kg, machst Du Dir das mal klar?.. 100 m weiter. Ich merke, sie bremst und federt ein, bis hierher nichts zu merken. Lenker ist gerade. Lenkbewegungen sind straff. Der Schalthebel ist zwei cm weiter innen. Ich verabschiede mich winkend unten von meiner Retterin, wir lachen uns an. Etwas weiter stelle ich die Kiste beiseite und schaue nach der Gabel. Grobe Undichtheit wäre jetzt schon zu sehen. Der ganze Bremsstrang sah bei der Aktion nur die Luft, Gott sei Dank. Scheinwerfer hat nichts. Der Lima-Deckel hat Schrammen. Ich überlege mir schon, wie ich die CB mit einfachen Mitteln vermessen kann. Gabel zB auf Verdrehung gegen den Rahmenkopf. Mit Gewichten an feinsten Fäden, Entfernungen messen..
Der Schalthebel hat zwar einen kleinen Anfangsriss, aber das geht noch. Ich fahre die 30km nach Hause sehr vorsichtig, nicht über, erst 70, dann 80, dann 90.. Nach drei Kilometern und einigen Grüßen von hoffentlich nicht Bescheuerten denke ich mir, soo, jetzt haste auch mal so nen Rutscher erlebt. Das ist zwei Wochen her, und mittlerweile weiß ich, zwei Rippen sind gebrochen, morsches Gebälk, zepft beim Schlafen, aber die CB, ich versuch genau zu fühlen, wie ist sie, rechts und links, identisch,? ja,.. die Gabel ist blank wie ein frisch geputztes Messer, die hat nix. Na ja, die Hauptenergie kam exakt aus ihrer Arbeitsrichtung, so what. Was dann noch übrig war, ja, das Gewicht der CB zum Teil auf jeden Fall, ging quer auf die Holme. Ist im Prinzip ein Horror. Aber, wie gesagt, nach 500 km, auch schon wieder auf meiner Hausbergschlaglochstrecke und genauester optischer Inspektion, da ist nichts. Ich kann mir ja mal ein Langsamfahrtraining verschreiben. Nur, wer legt schon gern die Maschine ab?
Und. Ich werde noch stoischer als bisher mich jeder Suggestion zum schneller Fahren verweigern. Mir der alten Showa Gabelfeder und den Showas hinten war meine Grenze das Fussrastenschleifen, aber mit der Wilbersfeder vorne und Luft dort eher so wenig wie möglich, damit mir die Gabel nicht in die Mikroabplatzer weiter oben eintaucht, und den YSS hinten lasse ich es nicht so weit kommen. Es macht auch so Spass genug. Ich hatte vor kurzem mal die Archive der Zeitung aus der Gegend meiner Hausstrecke studiert. In den letzten drei Jahren im Schnitt jeden Monat von 7 einen Motorradunfall mit Schwerverletzen oder schlimmerem. Was ich zur Zeit mache. So weit wie möglich in die Kurve einfahren. Hatte ich mal getan, ist aus irgendeinem Grund in eine schludrige Linie verkommen. Ich war nie ein ängstlicher Mittellinienfahrer, aber irgendwo dazwischen. Ich hatte in der Zwischenzeit jetzt echt schon bei einigen Kurven Aha-Erlebnisse, wie die Erbauer sie die gedacht hatten! :)
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Presi » 01.11.2018, 05:35

Man ärgert sich, wenn die dynamische Fahrgastinformationsanzeige auf "Zugdurchfahrt" switcht, eine S-Bahn mit zerschlagenen Scheiben durchfährt und man anschließend die Durchsage hört, "wegen Verzögerungen im Betriebsablauf entfällt...".
Das kommt manchmal echt unpassend.
Ich bin gar geneigt zu denken: Verdammtes P...! :evil:
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon tahelia » 01.11.2018, 16:29

Presi » 01.11.2018, 05:35 hat geschrieben:Man ärgert sich, wenn die dynamische Fahrgastinformationsanzeige auf "Zugdurchfahrt" switcht, eine S-Bahn mit zerschlagenen Scheiben durchfährt und man anschließend die Durchsage hört, "wegen Verzögerungen im Betriebsablauf entfällt...".
Das kommt manchmal echt unpassend.
Ich bin gar geneigt zu denken: Verdammtes P...! :evil:

Gibt es dazu Insiderwissen, welches ich nicht habe? Hooligans, die selbiges antaten, und dann das verdammte P.. sind?
Denn sonst hätte eine Beschädigung solchen Ausmasses ein gewisses Mitgefühl für Betreiber und Gäste verdient?..
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon TW » 07.11.2018, 12:56

Hallo,

am 5. November 2018 war ich mit dem Motorrad unterwegs; um 9 Uhr gestartet und um 17 Uhr zurück.
Bei Mützenich/Reitzenstein (kurvenreiche Strecke) bin ich auf einen schönen Wagen aufgelaufen - einen grünen Mercedes-Benz 170 S Cabriolet. Der ältere Herr bewegte den Wagen gekonnt/routiniert und so blieb ich dahinter, habe die Form und die Eleganz dieses Oldtimers genossen.

Gruß
TW
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon tahelia » 07.11.2018, 19:30

TW » 07.11.2018, 12:56 hat geschrieben:Hallo,

am 5. November 2018 war ich mit dem Motorrad unterwegs; um 9 Uhr gestartet und um 17 Uhr zurück.
Bei Mützenich/Reitzenstein (kurvenreiche Strecke) bin ich auf einen schönen Wagen aufgelaufen - einen grünen Mercedes-Benz 170 S Cabriolet. Der ältere Herr bewegte den Wagen gekonnt/routiniert und so blieb ich dahinter, habe die Form und die Eleganz dieses Oldtimers genossen.

Gruß
TW


Oh ja, schönes Auto. Das waren noch Vernunftautos mit Blickwert. Oh, und Deine Sitzbank muss in Hochform sein;-)
Zuletzt geändert von tahelia am 07.11.2018, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon mirdochegal » 09.11.2018, 14:33

TW » 07.11.2018, 12:56 hat geschrieben:Hallo,

am 5. November 2018 war ich mit dem Motorrad unterwegs; um 9 Uhr gestartet und um 17 Uhr zurück.
Bei Mützenich/Reitzenstein (kurvenreiche Strecke) bin ich auf einen schönen Wagen aufgelaufen - einen grünen Mercedes-Benz 170 S Cabriolet. Der ältere Herr bewegte den Wagen gekonnt/routiniert und so blieb ich dahinter, habe die Form und die Eleganz dieses Oldtimers genossen.

Gruß
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"Aufgelaufen" ?

Mit der Vorderradfelge im hinteren Stoßfänger mitgereist? =P
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